Donnerstag, 3. April 2014

Muskelkater im Kopf

Rein in die Sportklamotten, Laufschuhe schnüren und loslaufen. Einfach einen Schalter im Kopf umlegen. Klack! Gehirn ausschalten für die nächste Stunde.
Die kühle Seeluft in der Lunge spüren und die aufgegangene Sonne über dem tiefblauen Wasser in der Flensburger Förde auf sich wirken lassen. Den Alltag für kurze Zeit hinter sich lassen und Kraft tanken für den Tag – einfach herrlich.

Kein Bock auf Blog 

Blöd nur, dass ich von solchen Genießer-Momenten derzeit in etwa so weit entfernt bin wie Sahra Wagenknecht von einem Parteiwechsel zur CDU. Der Sport ist derzeit Arbeit statt Entspannung, ein Vollzeit-Zweitjob statt Freizeitvergnügen. Aber jammern gilt nicht, schließlich habe ich es mir so ausgesucht.
Anstrengend ist das Training trotzdem. Und wie: Über meine Erfahrungen und Eindrücke wollte ich an dieser Stelle immer mal wieder was schreiben. Von wegen. Nicht ein Post seit über zwei Monaten. Beschämend. Und bezeichnend zugleich. 

Denn das Training ist hart, knüppelhart sogar. Nicht nur für den Körper, auch für den Geist. Für den Geist? Ich habe höchstens müde gelächelt, wenn Profi-Fußballer im Interview sagten „Wir waren vom Kopf her müde.“ „IST DOCH EGAL“, hätte ich dann am liebsten geantwortet. „Zum Spielen braucht ihr ja auch nicht euern Kopf, sondern eure Beine!“ Denkste.
Seit Februar weiß ich es besser. Der Kopf ist vom Training müder als die Beine.

Und täglich grüßt das Murmeltier... 

Hätte mir das jemand vor zwei Monaten gesagt, wäre ich vor lauter Lachen vermutlich in Atemnot geraten. Stattdessen diskutiere ich jeden Morgen im Bett aufs Neue mit meinem inneren Schweinehund.
Der hat schon seit Wochen die Schnauze voll vom Laufen. Vom Diskutieren aber leider nicht. Auch wenn er bislang jedes Mal den Kürzeren gezogen hat.
Denn am Ende hieß es bislang immer: Rein in die Sportklamotten, Laufschuhe schnüren und loslaufen. Auch ohne Genießer-Momente.