Montag, 30. Juni 2014

Mit dem Zweiten läufts sich besser

Es hat nicht sollen sein – der Traum von der angepeilten Halbmarathon-Bestzeit von unter 1:20 Stunden. Erst verlaufe ich mich und verliere über zwei Minuten, dann stimmt die Tagesform nicht und beim dritten Lauf verhindern gefühlte Sahara-Temperaturen eine bessere Zeit.

Aber vom Jammern ist noch niemand schneller geworden. Dachte ich mir auch. Daher setze ich auf den Spätsommer. Dann will ich nachholen, was im Frühjahr nicht klappte. Und den Beweis erbringen, dass Leistungssport (zumindest vorübergehend) mit einem Vollzeit-Volontariat zu vereinbaren ist. Und mit einem Halbzeit-Studium. Und einem Privatleben. Ob das wirklich klappt? Ich weiß es nicht. Bei der Vorbereitung im Winter klappte es nicht. Vielleicht auch ein Grund, weshalb es nichts wurde mit der angepeilten Bestzeit.

Ohne eure Hilfe klappt es nicht

Eine Garantie, dass es dieses Mal funktioniert, gibt es nicht. In knapp zweieinhalb Monaten werde ich klüger sein, denn bis zum Handewitter Sommerlauf am 7. September will ich möglichst fit sein. Und bis dahin halte ich euch hier regelmäßig auf dem Laufenden - über das Training, die Faszination „Laufsport“ und wie ich Struktur in meinen chaotischen Alltag bringe, um Arbeit, Studium, Training und Freunde unter einen Hut zu bekommen. Oder eben auch nicht.

Mitentscheidend ist, dass der Körper mitspielt. Ebenso wichtig, ist der Kopf, die Psyche. Daher werde ich je einmal pro Woche aus Sicht meines inneren „Engelchens“ (die Motivation, mein Antrieb) und des „Teufelchens“ (der innere Schweinehund, die Bequemlichkeit) berichten.
Zudem benötige ich eure Unterstützung und Ratschläge. Gebt mir Rückmeldung, Tipps oder Anregungen. Ich freue mich darauf. Denn geteiltes Leid ist halbes Leid. In dem Sinne: Viel Spaß beim Lesen und Kommentieren.

Donnerstag, 3. April 2014

Muskelkater im Kopf

Rein in die Sportklamotten, Laufschuhe schnüren und loslaufen. Einfach einen Schalter im Kopf umlegen. Klack! Gehirn ausschalten für die nächste Stunde.
Die kühle Seeluft in der Lunge spüren und die aufgegangene Sonne über dem tiefblauen Wasser in der Flensburger Förde auf sich wirken lassen. Den Alltag für kurze Zeit hinter sich lassen und Kraft tanken für den Tag – einfach herrlich.

Kein Bock auf Blog 

Blöd nur, dass ich von solchen Genießer-Momenten derzeit in etwa so weit entfernt bin wie Sahra Wagenknecht von einem Parteiwechsel zur CDU. Der Sport ist derzeit Arbeit statt Entspannung, ein Vollzeit-Zweitjob statt Freizeitvergnügen. Aber jammern gilt nicht, schließlich habe ich es mir so ausgesucht.
Anstrengend ist das Training trotzdem. Und wie: Über meine Erfahrungen und Eindrücke wollte ich an dieser Stelle immer mal wieder was schreiben. Von wegen. Nicht ein Post seit über zwei Monaten. Beschämend. Und bezeichnend zugleich. 

Denn das Training ist hart, knüppelhart sogar. Nicht nur für den Körper, auch für den Geist. Für den Geist? Ich habe höchstens müde gelächelt, wenn Profi-Fußballer im Interview sagten „Wir waren vom Kopf her müde.“ „IST DOCH EGAL“, hätte ich dann am liebsten geantwortet. „Zum Spielen braucht ihr ja auch nicht euern Kopf, sondern eure Beine!“ Denkste.
Seit Februar weiß ich es besser. Der Kopf ist vom Training müder als die Beine.

Und täglich grüßt das Murmeltier... 

Hätte mir das jemand vor zwei Monaten gesagt, wäre ich vor lauter Lachen vermutlich in Atemnot geraten. Stattdessen diskutiere ich jeden Morgen im Bett aufs Neue mit meinem inneren Schweinehund.
Der hat schon seit Wochen die Schnauze voll vom Laufen. Vom Diskutieren aber leider nicht. Auch wenn er bislang jedes Mal den Kürzeren gezogen hat.
Denn am Ende hieß es bislang immer: Rein in die Sportklamotten, Laufschuhe schnüren und loslaufen. Auch ohne Genießer-Momente.

Sonntag, 26. Januar 2014

Unerwarteter Einsatz

Kaum bin ich mal für ein Wochenende wieder in Hildesheim, ist da plötzlich Winter. So etwas Ungeheuerliches aber auch – Ende Januar.
Getreu dem Motto „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung“ habe ich deshalb auf fast schon antiquierte Helfer zurückgegriffen, um im Schnee dennoch ein halbwegs vernünftiges Tempo-Training durchführen zu können.
 

Bäääh, ist das eklig, das Wetter: Schweinekalt und dann noch überall Schnee. Ich glaube echt, der Käfer hat sie nicht mehr alle. Ausgerechnet mitten im Winter bei dem Wetter meint der Verrückte doch allen Ernstes, mich - seine blauen Adidas-Laufspikes – am Wochenende wieder aus dem Keller seiner Eltern graben zu müssen.
Die letzten sieben, acht Jahre hat er mich völlig ignoriert, sich null um mich gekümmert. Um dann  mit ihm bei seinen 1000-Meter-Intervallen Runde um Runde auf dem Sportplatz zu drehen. Na herzlichen Dank aber auch.

Erholung nach dem Schockerlebnis


Wirklich weiterhelfen konnte ich ihm bei seiner Einheit aber auch nicht. Nein, eingerostet sind meine 6-Millimeter-Dornen und ich trotz der langen Pause gewiss nicht. Aber der gottverdammte Schnee auf der Bahn ist kaum plattgetreten und weich. Daher kommen meine Dornen kaum bis zum Tartanboden durch und das ganze wird eher zur Rutschpartie.
Wie gut, dass in Flensburg erst seit heute Morgen Schnee liegt. Sonst wäre der Käfer vermutlich noch auf die Schnapsidee gekommen, mich mit in den Norden zu nehmen. Aber nix da! Soll er da oben doch seine beiden „normalen“ Laufschuhe für das Halbmarathon-Training malträtieren.
Ich erhole mich jetzt wieder in meinem Schlafgemach, einem Regalbrett im dunklen Keller, von dem Schock-Erlebnis am Wochenende. Da ist es zwar auch kalt und ungemütlich, aber wenigstens trocken.

Montag, 20. Januar 2014

Normal is(s)t das nicht

Zu schade, dass ich nicht Gedanken lesen kann. Denn ich hätte zu gern gewusst, was der Verkäufer in der Fritten-Bude gestern Abend dachte. Da stehe ich in seinem Imbiss. Dönergeruch liegt in der Luft, während er ein Pita-Brot für eine Kundin belegt und auf meine Bestellung wartet.
Mit einem großen Thunfisch-Salat verlasse ich die
Fritten-Bude. Foto: Michael Althaus (danke dafür)


„Ich hätte gern einen großen Salat, mit Thunfisch.“ Großer Salat! Beim Dönermann!! Keine Sorge, reif für die Klapsmühle bin ich (noch) nicht. Pommes, Pizza und Burger sind für mich aber derzeit tabu.
Denn darauf zu verzichten, fällt mir deutlich leichter als auf Süßigkeiten. Davon futtere ich während der Trainingsphase zwar weniger als sonst (nur noch zwei statt drei Keks-Packungen täglich…), aber wenig ist dann doch etwas anderes. Wenn ich den Konsum noch weiter kürze, bekommt der Körper Entzugserscheinungen.

Also dann doch lieber einen Salat. Apropos Salat: Den gibt’s nahezu täglich nach der Arbeit. Und zwar selbstgemacht. Wenn ich so weiter mache, kann ich in demnächst meinen Magen zum Gewächshaus umfunktionieren und Photosynthese betreiben.
Und so sieht mein Abendessen live und in Farbe aus.
In diesem Sinne - guten Appetit!
Meinem Magen scheint die Vorstellung nicht zu gefallen. Jedenfalls hat er beim Intervall-Training am Wochenende heftig rebelliert - na klasse, das geht ja gut los. Denn die Intensiv-Vorbereitung startet erst in zwei Wochen.
Bis dahin hat der Magen noch Zeit, sich auf Obst und Gemüse einzustellen. Und der Dönerverkäufer sich auf mich: Denn der Salat war echt lecker.

Sonntag, 12. Januar 2014

Qualität kommt von Qual

Meine beiden treuen Begleiter in den nächsten Wochen.
Ein Blick auf meinen Einkaufszettel sagt schon alles: Vollkornbrot, Salat, Fisch, Eier und Joghurt stehen da drauf. Von Toastbrot, Keksen, Chicken Wings und Pommes fehlt jede Spur. Und Alkohol ist bis auf Weiteres ohnehin ein Fremdwort für mich.

Um es gleich vorwegzunehmen: Nein, ich bin zum neuen Jahr keinem Diät-Wahn verfallen - sondern eher dem Lauf-Wahn: Dieses Jahr will ich sie knacken, die Marke von 1:20 Stunde für den Halbmarathon (21,1 Kilometer). Keine Frage, das ist ein ambitioniertes Ziel, ein sehr ambitioniertes sogar.

Intensiv-Vorbereitung beginnt im Februar

Um dies am 27. April in Hannover zu erreichen, ist knallhartes Training nötig. In der ersten Februarwoche beginnt die intensive Vorbereitung. Das heißt, (fast) jeden Tag Training – ob Lauf- oder Athletikeinheiten.

Und bis dahin? Ausruhen? Pustekuchen. Das Grundlagentraining hat längst begonnen, seit diesem Wochenende auch die konkrete Trainingsphase. Und dazu gehört auch eine angepasste Ernährung – kurzum: Verzicht auf vieles, was lecker ist und schmeckt.
Über meine Erfahrungen und Eindrücke von der Vorbereitung werde ich hier in unregelmäßigen Abständen aus wechselnden Perspektiven schreiben. Denn wie ihr wisst, geteiltes Leid ist halbes Leid ;)